Zwangsehen werden am Tag etwa 25.000 weltweit geschlossen. Meist sind es materielle Gründe oder Clan- und Familienverpflichtungen, die junge Mädchen in diese Situation drängen. Die meisten von ihnen sind meist nicht älter als 13. In der Zwangsheirat erwartet sie ein tragisches Schicksal mit frühen Schwangerschaften, harter Arbeit und Demütigung.
Obwohl Zwangsheirat gegen die Menschenrechte verstößt, wird sie heute noch in vielen Ländern der Welt praktiziert. Oft werden vor allem junge Mädchen mit viel älteren Männer vermählt, die sie noch nie zuvor gesehen haben. In Mali werden nach Schätzungen von Menschen- rechtsorganisationen rund 72 Prozent gegen ihren Willen zu einer Zwangsheirat gezwungen, im Niger 57 Prozent, in Nigeria 37 Prozent und in Uganda knapp 50 Prozent. In Äthiopien, in Ostafrika, werden 57 Prozent der Mädchen minderjährig verheiratet und rund 74 Prozent haben eine Beschneidung erlitten. Im Durchschnitt bekommt eine Frau dort 5,4 Kinder und hat eine Lebens- erwartung von 50 Jahren.
Gründe für die Zwangsheirat
Die zwangsverheirateten Mädchen wissen nicht, wohin der Fremde sie bringen wird, der sie in ihrem Dorf abholt. Den Ehevertrag handelt ein Stellvertreter, meist der Stammesälteste aus.