Massai – Die Halbnomaden aus Ostafrika

Kategorie Ostafrika // Keine Kommentare
30. Dez 2010

Die Massai sind eine Volksgruppe, die im Norden Tansanias und im Süden Kenias beheimatet ist. Auch wenn sie ein relativ kleiner Stamm sind, gehören sie zu den bekanntesten Völkergruppen Ostafrikas.

Massai © Flickr / The Communist's Daughter

Typisch für die afrikanische Bevölkerungsgruppe der Massai ist ihre noch weitgehend erhaltene halbnomadische Lebensweise sowie ihre äußerst auffallende Bekleidung. Und auch wenn sie an alten Lebensweisen festhalten, so verstehen sie es, ihre Kultur in der neuen Welt zu vermarkten.

Massai – Stolze Krieger in farbenfrohen Gewändern

Die stolzen Massai-Krieger mit ihren roten, auffallenden Gewändern und den ockergefärbten Haaren sind sicherlich Vielen ein Begriff. Für Europäer stellen sie wahrlich den Inbegriff eines typischen und stolzen afrikanischen Volkes dar.

Für die Massai ist die Rinderhaltung von besonderer Bedeutung. Ein angesehener Mann hat nicht weniger als 50 dieser Huftiere in seinem Besitz. Das Trinken des Rinderblutes, welches mit Milch gemischt wird, ist sowohl Teil des alltäglichen Lebens als auch traditioneller Zeremonien. Dabei wird dem Rind die Halsschlagader mit einem Pfeil angeritzt und bis zu zwei Liter Blut entnommen. Anschließend wird das Tier verbunden und darf weiter leben. Dieses auch „saroi“ genannte Getränk, zählt zu den Hauptnahrungsmitteln des afrikanischen Nomadenvolkes.

Aufstieg und Abstieg der Massai

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert erweiterten die Massai die Grenzen ihres Einflussbereiches immer weiter aus und nahmen allmählich den Status der wichtigsten regionalen Macht im Raum des Riftvalley ein. So ist nicht zuletzt der Nationalpark Masai Mara nach ihnen benannt. Die Massai-Krieger genossen sehr viel Respekt. So mieden selbst die gut ausgerüsteten Sklavenkarawanen Konflikte mit ihnen.

Das Besondere an ihrem Aufstieg ist, dass sie es trotz einer geringen Zahl schafften, sich einen Ruf als furchtlose Krieger zu erarbeiten. Denn es ist möglich, dass die Zahl der Massai in früheren Jahren nie über 50.000 stieg. Und auch heute gehören sie mit gerade einmal 300.000 Gruppenmitgliedern zu den kleineren Völkern Kenias.

Im 19. Jahrhundert führten allerdings interne Konflikte zu einem Abstieg der Massai. Dabei wurden ganze Clans bei Auseinandersetzungen ausgerottet. Zudem kam es zu einer Pockenepedemie und vielen Dürren, denen ebenfalls viele zum Opfer fielen. Eine Rinderpest ließ zudem viele der Fleisch liefernden Tiere sterben.

Rituale

Die Massai sind für ihre sehr speziellen Rituale bekannt. So werden junge Männer ohne Betäubungsmittel beschnitten, wobei sie keinen Laut des Schmerzes von sich geben dürfen, da dies Schande über die Familie bringen würde.
Bei Frauen wird dieses Ritual ebenfalls angewendet. Ihnen ist es dabei jedoch gestattet, ihrem Schmerz Ausdruck zu verleihen.

Den Massai-Kriegern ist es erlaubt, polygam zu leben. Je nachdem, wieviel Rinder sie ihr Eigen nennen, können sie mit einer entsprechenden Anzahl an Frauen nach Herzenslust verkehren. In der Regel sind ein bis zwei Frauen üblich, aber es kommt auch vor, dass ein Massai bis zu fünf Frauen hat. Das Ansehen eines Mannes ist abhängig von der Anzahl seiner Rinder und Frauen, jedoch macht dieses polygame Sexualverhalten und der Verzicht auf Kondome die Massai besonders anfällig für HIV.

Massai – Die Halbnomaden aus Ostafrika

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