Malaria tropica und Gelbfieber sind die gefährlichsten Tropen-Krankheiten in Afrika. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch eine Mücke. Nach der Inkubationszeit sind die ersten Anzeichen hohes Fieber. Der Krankheitsverlauf kann ohne Behandlung zum Tod führen. Malaria ist nicht ansteckend, trotzdem sterben weltweit jährlich knapp eine Million Menschen an der so genannten armutsbedingten Krankheit. Einen Impfstoff gibt es noch immer nicht.
Wenn man sich über die Fakten der Malaria informiert, ist es erschreckend, dass trotz jahrelanger Forschung noch kein Mittel gegen die Krankheit gefunden wurde, die besonders Kindern in tropischen Gebieten der Erde das Leben kostet.
Urlauber oder Jugendliche, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in Afrika machen oder andere soziale Hilfe leisten, sollten sich vor der Abreise genau über die Verbreitungsgebiete und die am stärksten betroffene Saison informieren. Obwohl es keinen Impfstoff gibt, kann man eine Infektion mit Malaria verhindern. Vorsichtsmaßnahmen sollten getroffen und Malaria-Medikamente mitgeführt werden.
Übertragung und Gebiete der Malaria-Stechmücke weltweit
Malaria wird durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles übertragen. Man spricht von vier bis fünf möglichen Erregern: Plasmodium falciparum, Plasmodium vivax, Plasmodium ovale und Plasmodium malariae und Plasmodium knowlesi, wobei Plasmodium falciparum der bedrohlichste Erreger ist.
Die Verbreitung der Malaria-Mücke ähnelt heute stark der Temperaturverteilung der Erde auf niedrigen Meereshöhen. Das höchste Malaria-Risiko besteht auf dem mittleren Teil des afrikanischen Kontinents. Auch der berühmte Victoriasee in Ostafrika ist eine Brutstätte für die Malaria-Moskitos. Die Karte zeigt die globalen Gefahrenzonen der Malaria.
Symptome von Malaria Tropica: Tödliches Fieber
Je nach der Art des Erregers kann es zu drei Malaria-Formen kommen, die sich im Krankheitsverlauf unterscheiden. Klinisch am Bedeutsamsten ist die Malaria Tropica. Die Inkubationszeit der Malaria Tropica liegt bei rund 12 Tagen. Da keine typische Fieberrhythmik besteht, ist sie schwer feststellbar. Es kann neben hohem Fieber über 39,5°C und Magen-Darmbeschwerden zu Bewusstseinsstörungen und Krämpfen kommen.
Bei besonders hoher Parasitenzahl im Blut führt Malaria Tropica zu Hypoglykämien und Blutarmut bis zum Koma. Bei einer Hämoglobinurie kommt es zu einem akuten Nierenversagen, was besonders für Kinder zum Tod führen kann. Alle Symptome können aber bei rechtzeitiger Behandlung ohne bleibende Schäden geheilt werden.
Malaria tertiana und quartana: Verstecktes Fieber
Die Malaria tertiana und Malaria quartana gehören zu den gutartigen Verlaufsformen der Malariaerkrankung. Die Malaria tertiana hat eine Inkubationszeit zwischen 12 und 18 Tagen, was sich durch die prophylaktische Einnahme von Malaria-Medikamenten aber noch weiter herauszögern kann.
Der Krankheitsverlauf ist bei beiden Formen ähnlich: Fieber im Drei-Tages-bzw. Vier-Tages-Rhythmus mit Froststadium, Hitzestadium und Schweißstadium. Das Besondere an der Malaria quartana ist, dass es nach einer Ruhephase von Monaten bis Jahren zum erneuten Ausbruch der Krankheit (Rezidive) mit schwerer Nierenbeteiligung kommen kann.
Prophylaxe und Behandlung der Malaria-Krankheit
Natürlich ist das Meiden der Malaria-Gebiete noch immer die beste Vorbeugung gegen diese Krankheit. Da es keinen Impfstoff gibt, kann man eine Infektion nicht vollends verhindern. Jedoch spielt der Insektenschutz eine oft unterschätzte Rolle: Man sollte sich mit heller, hautbedeckender Kleidung ausrüsten und sich in Räumen mit Fliegengitter und Moskitonetzen aufhalten. Außerdem ist die Behandlung von Haut und Kleidung mit moskitoabweisenden Mitteln und die Verwendung von Insektiziden in Sprays eine Hilfe.
Reisenden in Malaria-Gebiete wird oft eine Chemoprophylaxe empfohlen. Auch für die Eigenbehandlung im Krankheitsfall (Stand-by-Therapie) sollte gesorgt werden. Jedoch wirken aufgrund der geographisch unterschiedlichen Resistenz des Erregers verschiedene Medikamente für die jeweilige Region. Für die richtige Vorbereitung für eine Reise nach Afrika sollten Sie ihren Arzt rechtzeitig konsultieren.


Hallo,
Ich reise in 10 tagen nach Costa Rica und Nicaragua um mich dort in 30 Tagen ca.300km durch den jungle zu schlagen. Jetzt fehlen mir leider Informationen zur Prävention einer möglichen Tropenkrankheit bzw. ob diese überhaupt notwendig ist. Und wie hoch das Risiko in diesen beiden Ländern diesbezüglich ist( Malaria, Gelbfieber etc.) bzw. welche Gegenden dort mehr und welche weniger Malariagefärdet sind. Ich würde mich freuen, wenn sie mir weiter helfen könnten.
Vielen Dank, Christian
Hey Christian,
also es ist immer gut beim Auswärtigen Amt nach aktuellen Sicherheitshinweisen zu schauen.
Für Costa Rica:
“Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich.” Es werden jedoch die Standardimpfungen empfohlen. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR) und Influenza.
Costa Rica & Malaria: Die Übertragung erfolgt durch den Stich der Anopheles-Mücken im ganzen Land im ganzen Jahr. San José und Gebiete >1800m gelten als malariafrei. ABER: Eine medikamentöse Dauerprophylaxe wird gegenwärtig nicht empfohlen.
Zu Nicaragua:
Auch hier gilt bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet siehe Costa Rica. In ländlichen Gebieten Nicaraguas, besonders an der Atlantikküste und in Sumpfgebieten, gibt es ganzjährig ein niedriges bis mittleres Malariarisiko. Managua gilt als malariafrei.
Ich hoffe, das konnte dir ein bisschen helfen. Ansonsten ist es immer ratsam, mit einem Tropenmediziner zu sprechen, da der genau Bescheid weiß.
Gute Reise und komm gesund wieder!
lg
Dein bamako2008-Team