FSJ und soziale Hilfe für Afrika: Möglichkeiten für Jugendliche und Minderjährige

Kategorie Entwicklungshilfe // 5 Kommentare
10. Jun 2011

Immer mehr Jugendliche engagieren sich sozial bei Freiwilligendiensten im Ausland und machen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder arbeiten als Freiwillige in der Entwicklungszusammenarbeit. Minderjährige können national oder in Workcamps arbeiten und sich frühzeitig für Projekte in der Welt bewerben.


Ob über christliche Einrichtungen, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter oder Caritas: Es gibt viele Möglichkeiten, sich sozial im Ausland zu engagieren und dabei tief in eine andere Kultur einzutauchen. Auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bietet mit der Aktion „weltwärts“ interessante Einsatzgebiete auf der ganzen Welt. Besonders motivierte Jugendliche unter 18 Jahren müssen sich allerdings vorerst auf das soziale Engagement ihrer Region beschränken, bevor es in die weite Welt hinaus gehen kann.

Soziales Engagement Minderjähriger: Freiwilligenarbeit ab 16 Jahren

Bei den meisten Organisationen können sich Jugendliche erst ab der Volljährigkeit fürs Ausland engagieren. Wer in Afrika für eines der Programme arbeiten möchte, muss mindestens zum Zeitpunkt der Abreise ins Ausland das 18. Lebensjahr erreicht haben. Da die Bewerbung und Organisation eines Freiwilligendienstes aber auch seine Zeit braucht, sollten Motivierte den Zeitraum für die Planung nutzen und sich genau informieren.

Zwar geben manche Organisationen, wie beispielsweise die Caritas, eine Altersbegrenzung ab 16 Jahren an, jedoch nehmen die Partnerorganisationen im Ausland Mitglieder erst ab 18, in seltenen Fällen mit Einwilligung der Eltern kurz vor dem 18. Lebensjahr, auf. Wer unbedingt vorher los muss, kann natürlich immer sein Glück versuchen und sich mit einem Zeugnis der Eltern trotzdem für ein Projekt bewerben, wenn er damit die Schulpflicht nicht verletzt.

Alternativen zum Ausland: Hilfe in Deutschland leisten

Wer sich sozial engagieren und Hilfe leisten will, muss nicht gleich nach Afrika gehen. Auch Zuhause gibt es zahlreiche Projekte, die Unterstützung brauchen können. Wer keinen Freiwilligendienst im Ausland absolviert, kann entweder in den Ferien in einem Workcamp/Jugendcamp arbeiten oder sich langfristig an einem Projekt einer Arbeitsgruppe in seiner Nähe engagieren.

In Pflege- und Altersheimen, Tierheimen oder Naturschutzvereinen gibt es immer etwas zu tun. Oft ist die Arbeit vor Ort auch erfüllender, weil man als Helfer die Entwicklung lange mitverfolgen kann. Informationen zu Arbeitsgruppen und Projekten findet man auf der Website der jeweiligen Hilfsorganisationen für Afrika (z.B.: DRK, Caritas, Die Johanniter u.v.m.).

Sozialer Ferienjob: Workcamps im Ausland

Wer volljährig ist und die Lücke zwischen Abitur und Studium oder die langen Semesterferien richtig nutzen will, kann auch nur für einige Wochen einen Freiwilligendienst im Ausland leisten. Die Aufenthaltsdauer ist meistens zwischen 2 und 10 Wochen variabel.

Auf der Website von Travelworks findet man eine gute Übersicht der kurzweiligeren Projekthilfen. Oft sind diese kurzen Engagements aber mit einem größeren finanziellen Aufwand verbunden, weil sie weniger gefördert werden. Die Auswahl an Ländern und Tätigkeiten ist aber genauso groß wie bei einem einjährigen Engagement.

Freiwilligendienst im Ausland: Mit Organisation oder auf eigene Faust?

Natürlich kann man auch auf eigene Faust in ein anderes Land reisen und dort seine Hilfe anbieten. Auf diese Weise kann man sein Einsatzgebiet frei wählen. Mit einer Organisation gibt der Volontär Präferenzen für ein bestimmtes Land an, allerdings wird die Hilfe manchmal gerade an anderer Stelle gebraucht und dem Bewerber so eine andere Aufgabe im Wunschland zugeteilt.

Der große Vorteil, mit einer Organisation zu arbeiten, liegt in der Erfahrung in der Planung und der finanziellen Unterstützung. Die Organisation kommt für Kost und Logis, Krankenversicherung und die Reisekosten auf. Je nach Einrichtung werden auch die Kosten für ein erforderliches Visum übernommen und ein kleines Taschengeld gezahlt.

Natürlich ist die Arbeit aber kein bezahlter Urlaub. Der Volontär verpflichtet sich, seine Aufgaben mit den Menschen vor Ort gewissenhaft zu übernehmen. Die Arbeitszeit liegt zwischen 25 und 40 Stunden pro Woche und ist mit Pflichtseminaren in der Vor- und Nachbereitung des Aufenthalts verbunden. Die großen Hilfsorganisationen leisten sehr gute Arbeit und eine Bewerbung lohnt sich in jedem Fall.

Wege ins Ausland: Freiwilligendienste im Überblick

Das Freiwillige Soziale Jahr können alle nicht mehr Schulpflichtigen von mindestens 6 bis höchstens 12 Monaten absolvieren. Die Teilnehmer erhalten eine pädagogische Begleitung, Seminare, Anleitungen einer Fachkraft vor Ort und ein nützliches Abschlusszeugnis am Ende. In einem möglichen Urlaub hat man auch mal Zeit, ein wenig rumzureisen.

Die Einsatzgebiete sind meistens Alten- oder Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen, Kindergärten oder Krankenhäuser. Es gibt aber auch schon Sonderprogramme im Bereich Sport, Denkmalpflege und Kultur/Medien. Beim Freiwilligen Ökologischen Jahr finden die Teilnehmer ihren Einsatz in Einrichtungen des Natur- und Umweltschutzes, auf Wertstoffhöfen oder in Labors, bei Umweltämtern, Verbänden oder Jugendorganisationen.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“ ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Teilnehmer arbeiten in den Bereichen Gesundheit, Umweltschutz, Landwirtschaft oder Menschenrechte in einem Entwicklungsland. Das stark geförderte Programm steht jedem offen, der helfen will. Anders als die genannten Programme ist der Europäische Freiwilligendienst nicht als Zivildienst anerkannt und erwirbt keine Rentenansprüche.

5 Antworten zu “FSJ und soziale Hilfe für Afrika: Möglichkeiten für Jugendliche und Minderjährige”

  1. Sara Pollkötter sagt:

    Hallo :o )

    mein Name ist Sara Pollkötter, ich bin 31 jahre alt und ausgebildete Erzieherin!
    Ich interessiere mich für den Freiwilligendienst in Afrika mit einer Organisation. Könnten Sie mir bitte ein paar seriöse Organisationen nennen oder Tipps geben? Ich würde mich sehr freuen!!!! DANKE :o )

    Lieben Gruss,
    S. Pollkötter

    • bamako2008.org sagt:

      Hallo Sara,

      dazu haben wir auch schon einmal einen Beitrag geschrieben, und zwar hier: In diesem Artikel findest Du einige Hilfsorganisationen sowie ein paar hilfreiche Tipps. Weitergehende Infos gibts dann natürlich auf den Homepages der Organiosationen.

      Viele Erfolg :-)

  2. Jasmin Bahle sagt:

    Ich möchte ein FSJ in Afrika absolvieren. Bei welchem Träger kann ich mich bewerben. Ich bitte um Anschriften dieser Träger.
    Vielen Dank.

  3. Julia Streeck sagt:

    Hallo,
    ich bin 16 und jetzt in der 12 Klasse um mein Abitur und gleichzeitig Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Danach würde ich gerne ein Jahr lang in einem SOS-Kinderdorf oder ähnlichen Einrichtungen arbeiten. Wo kriege ich dafür Informationen?

  4. Tim sagt:

    Warum nur ist es so schwer hier nützliche Informationen zu bekommen?!
    Ich habe jetzt viele Seiten hier durchgelesen und nirgendwo wird Klartext geredet, da kann ich mich anmelden, so viel kostet das, dann geht es loß.
    Wirklich deprimierend!
    warum nur ?

FSJ und soziale Hilfe für Afrika: Möglichkeiten für Jugendliche und Minderjährige

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