Die Sahara ist die größte Wüste der Welt. Mit beinahe 9 Millionen km² ist sie ähnlich groß wie die USA oder 26 mal so groß wie Deutschland. Meist verbindet man mit ihr nur endlose, kahle Sanddünen, doch diese machen nur 20 Prozent der Wüste Sahara aus.
Viel charakteristischer für die Sahara Wüste sind die Stein-, Geröll- und Felswüsten, in denen sich eine Menge Leben abspielt und viele Oasen befinden. Die Wüste Sahara stellt somit keine Grenze, sondern viel mehr ein Bindeglied zwischen Europa und Subsahara-Afrika dar. Sie dient als Durchgangsgebiet für Migranten aus dem Süden und wichtige Handelszone.
Geographie der Wüste Sahara
Der Name der Sahara stammt ursprünglichen aus dem Arabischen und wird häufig schlicht mit „Wüste“ übersetzt, die eigentliche Bedeutung ist aber eine Bezeichnung für Ockergelb, die typischen Farbe des Sandes der Sahara. Höhlenmalereien belegen, dass die Sahara erst seit 3000-4000 Jahren besteht und das Gebiet zuvor fruchtbar war. Allein in den letzten 50 Jahren dehnte ich die Fläche der Wüste Sahara durch menschliche Eingriffe und Klimawandel rund zehn Prozent in den Süden aus.
Heute erstreckt sich die Sahara vom Atlantik bis ans Rote Meer über 6000km und vom Mittelmeer bis hin zur Sahelzone über 2000km. In ihr liegen hohe Gebirgsmassive wie das Ahaggar in Algerien oder der Vulkan Emi Koussi im Gebirge Tibest im Norden des Tschad. Im Osten durchfließt der Nil die Wüste von Norden nach Süden.
Die Sahara als wichtiges Handelzentrum
In der Vergangenheit führten mehrere Handelsrouten durch die Sahara, z.B. zwischen Aoudaghost (Mauretanien) und Fès (Marokko), von Gao und Timbuktu (Mali) ins Tal von M’zab (Algerien) oder zwischen Bilma (Niger) und Tripolis (Libyen). Hier dienten Oasen als Zwischenstationen an denen Wolle, Stoffe, Perlen, Datteln, Waffen, Pferde, Glasschmuck oder Bücher wie der Koran gehandelt wurden. Aus dem Süden erhielt man dafür Sklaven, Elfenbein, Gold oder Salz.
Mit dem Vordringen der Europäer und der Kolonialisierung im 19. Jahrhundert verlagerten sich die Handelsrouten und die Städte in der Sahara verarmten. Erst in den letzten Jahrzehnten nahm die Bevölkerung in der Sahara stark zu, da man hier wichtige Bodenschätze wie Erdgas, Erdöl, Kupfer, Eisenerz, Phosphat, Zinn und Uran abbauen konnte. Darüber hinaus ermöglichten neue Bewässerungsmethoden die mühevolle Landwirtschaft und Flüchtlinge aus dem Süden drängten in den Norden.
Grenzverlauf in der Wüste Sahara heute
In der Wüste Sahara entstanden im Zuge der Entkolonialisierung Afrikas Mitte des 20. Jahrhunderts eine Reihe von unabhängigen Staaten, deren künstlich gezogenen Grenzen zu Konflikten führten. Heute liegen auf dem Gebiet der Sahara von West nach Ost: Mauretanien, West-Sahara (von Marokko beansprucht), Mali, Marokko, Algerien, Niger, Tunesien, Libyen, Tschad, Sudan und Ägypten.
Das heutige West-Sahara wurde nach der Unabhängigkeit von Spanien 1975 zum Auslöser eines Streits zwischen Marokko, Mauretanien und Algerien, die das Gebiet für sich beanspruchten. Zwischen Libyen und dem Tschad kam es zum Konflikt um den von Libyen beanspruchten Aozou-Streifen. Die Tuareg in Mali und Niger weigerten sich den Grenzverlauf zu akzeptieren, da er Viehzucht und -wanderungen behinderte.
